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Hallensaison 2011/2012
Damen verpassen knapp den Aufstieg in die 1. BL
04./05.02.2012 - Bericht: Wolfgang Rosenow
Berlin - Sicherlich zählten die Faustballerinnen des GSC 09 bei den Aufstiegsspielen zur 1. Bundesliga, die am vergangenen Wochenende in Berlin stattfanden, nicht zu den favorisierten Teams. Aber wer an Aufstiegsspielen teilnimmt, will diese natürlich auch erfolgreich gestalten. Das hatten sich die GSC-Damen auch vorgenommen.
Nach dem im Auftaktspiel des Sonnabends vor allem TV Brettorf als Sieger der Nordstaffel einen starken Eindruck hinterlassen hatte und Düdenbüttel mit 3:1 bezwang, war klar, dass die Güstrowerinnen ihr erstes Spiel gegen Gastgeber Stern Kaulsdorf würden wohl gewinnen müssen. Das sorgte für eine wenig förderliche Nervosität im Spiel des GSC. Sie führte zu einer Fülle von Eigenfehlern und Kaulsdorf konnte den ersten Satz leicht mit 11:3 gewinnen. Aber auch die Kaulsdorferinnen hatten mit ihren Nerven zu kämpfen. Satz 2 verlief deshalb mit umgekehrten Vorzeichen und Güstrow konnte durch das 11:5 den Satzausgleich herstellen. Danach fanden beide Mannschaften zu ihrem Spiel und entsprechend gewann das Spiel an Qualität. Wuchtigen Angriffsschlägen der Berliner Hauptangreiferin setzte der GSC vor allem eine starke Abwehrreihe entgegen. Vor allem Maxi Müller verteidigte in dieser Phase mit tollem Einsatz eine Reihe starker Berliner Angriffe. Während Güstrow in dieser ausgeglichenen Partie den dritten Satz mit 11:7 für sich entscheiden konnte, behielten die Berlinerinnen im 4. Satz mit 11:8 die Nase vorn. Es ging in den Entscheidungssatz, in dem Kaulsdorf zunächst den besseren Start erwischte und mit 5:1 in Führung ging. Es folgte eine ganz starke Aufholjagd des GSC und mit einer 6:5 Führung für Güstrow wurden zum letzten Mal die Seiten gewechselt. Kaulsdorf stellte mit einem sehr guten Aufschlag den Ausgleich her. Güstrow produzierte daraufhin gleich zwei Fehler im Angriff und verlor dann vollends den Spielfaden, sodass Kaulsdorf zu 6 Punkten in Folge kam und glücklich über den 3:2 Gesamterfolg war.
Für den GSC war das insofern fatal, dass die Mannschaft wenige Minuten nach dieser knappen Niederlage gegen Brettorf antreten musste. Das ist vor allem ein „Kopfproblem“, das die GSC-Spielerinnen an diesem Tage gegen den starken Gegner aus Niedersachsen nicht in den Griff bekam. Unkonzentriert unterliefen Fehler, die normalerweise nicht passieren, wurden Chancen ausgelassen, die man eigentlich nutzen muss. Der GSC kam nicht annähernd an das Niveau ihres ersten Spieles heran. Entsprechend leicht gewann Brettorf mit 3:0 (11:5, 11:3, 11:8). Lediglich im dritten Satz hatte der GSC bis zum 9:8 ernsthafte Gegenwehr geleistet.
Nach dem im letzten Sonnabendspiel Düdenbüttel knapp mit 3:2 gegen Kaulsdorf die Oberhand behalten hatte, war klar dass der GSC den Aufstieg nicht mehr aus eigener Kraft schaffen konnte.
Brettorf, die sich durch ihre beiden Siege bereits für die 1. Liga qualifiziert hatten, hätten Kaulsdorf schlagen müssen, um die Tür für den GSC noch offen zu lassen. Aber dazu kam es nicht. Brettorf trat mit ihren Wechselspielerinnen an und schenkte nach einer 2:0 Führung den Berlinerinnen drei Sätze, so dass diese vom GSC nicht mehr überflügelt werden konnten.
Damit waren die Güstrowerinnen im letzten Spiel nur noch das Zünglein an der Waage. Mit zwei eigenen Gewinnsätzen konnten sie Kaulsdorf zum zweiten Aufsteiger machen. Andernfalls würde Düdenbüttel Brettorf in die 1. Liga begleiten.
Was die GSC-Damen aus dieser Situation machten, war dann aller Ehren wert. Anders als Brettorf im Spiel zuvor schenkten sie ihrem Gegner nichts. Das Spiel wurde aus Güstrower Sicht das beste Spiel der Saison. Mit tollem Einsatz und taktisch sehr diszipliniert waren die Mannschaft von Anfang an am Drücker und ließ von einem kleinen Hänger in dritten Satz abgesehen nie locker. Katrin Rosenow und Juliane Karasz rannten den Damen aus Niedersachsen eins ums andere Mal die Kurzbälle ab und beraubten sie damit ihrer stärksten Angriffswaffe. Ulrike Martens gestaltete das GSC-Spiel aus der ihr vertrauten HR-Position mit der gekonnter Ballsicherheit und einem Riesenaktionsradius. Katrin Steffanowski und Susi Nützmann entschärften nahezu alles, was auf ihre HL-Position kam. Und schließlich gelang es Diana Freiknecht im Hauptangriff auch noch die Anweisungen von Übungsleiter Heino Martens umzusetzen. Gewohnt schlagstark und diesmal auch variabel und konzentriert beschäftigte sie die Düdenbütteler Abwehr oder stellte sie vor nicht lösbare Aufgaben. Insgesamt war das 3:1 (11:6, 11:8, 6:11, 11:5) eine tolle Leistung des GSC. Schade, dass es gegen Kaulsdorf nicht ganz so geklappt hatte. Dennoch konnte die Mannschaft nach diesem Spiel mit Selbstbewusstsein aus der Halle gehen. Dabei wurde die erste Flasche Sekt gleich von den Kaulsdorferinnen gereicht, denn die Berlinerinnen konnten dank des Güstrower Sieges doch noch den Aufstieg feiern.
Mannschaftsaufstellung des GSC 09: Juliane Karasz, Ulrike Martens, Diana Freiknecht, Maxi Müller, Katrin Rosenow, Susanne Nützmann, Katrin Steffanowski
Abschlusstabelle:
1. TV Brettorf
2. Stern Kaulsdorf
3. GSC 09
4. SV Düdenbüttel